
Christlicher Thriller · Reihe in 6 Bänden
Stillerwald
Band 1 — Das Feuer, das nicht erlischt
von Lukas Schwarzberg
Mitten im Winter brennt im Wald ein Feuer, das niemand entzündet hat und niemand löschen kann. Zwei verfeindete Dörfer. Ein verschwundener Mann. Ein Geheimnis tief unter der Erde.
«Der Busch brannte im Feuer und wurde doch nicht verzehrt.» — 2. Mose 3,2
Erscheint bald — jetzt vorreservieren
In einem verschneiten Hochtal brennt mitten im Wald ein Feuer — ohne Holz, ohne Rauch, ohne zu erlöschen. Was als unerklärliches Zeichen beginnt, führt zwei verfeindete Dörfer in eine Ermittlung, die sie tief unter die Erde führt — und mitten hinein in die Frage: Wenn sich ein Wunder erklären lässt, war es dann keines? Die Antwort der Serie: Das grösste Wunder ist nie das Feuer. Es ist das veränderte Herz.
Tauche ein in die Welt
Das Stillertal
Ein abgelegenes Hochtal in den Voralpen. Eine einzige Zufahrtsstrasse, im Winter lawinengefährdet — schnell von der Aussenwelt abgeschnitten.
Der Stillerwald
Ein alter, dichter Tannenwald, der beiden Dörfern gemeinsam gehört. Tiere meiden ihn. Und über Nacht beginnt mitten darin ein Feuer aus dem Fels zu brennen.
Zwei verfeindete Dörfer
Brunnenthal (oben, fromm) liest das Feuer als Zeichen Gottes. Felsbach (unten, nüchtern) als Gefahr und Betrug. Beide eint eine alte, totgeschwiegene Ahnung.
Das, was darunter liegt
Das Unheimliche ist Tarnung. Unter dem Schnee summt und bebt etwas — und «die Stillen» tun alles, damit niemand herausfindet, was.
Die Figuren
Der Förster
Ruben Achermann
Verlor vor sieben Jahren seinen Bruder im Stillerwald — keine Spur. Seither glaubt er nur, was er messen kann. Sein Weg führt ihn zur Vergebung.
Die Lehrerin
Salome Wyss
Glaubt — aber ehrlich, mit Fragen. Sie weigert sich, das Feuer vorschnell «Wunder» zu nennen, und genauso, es vorschnell zu entzaubern.
Der Gegenspieler
Henrik Sarn
Anführer der «Stillen». Kein Monster, sondern ein Mann, der einmal selbst gläubig war — und an einem unbeantworteten Gebet zerbrach.
Die Älteste
Hanna Wyss
94 Jahre alt. Die Einzige, die laut ausspricht: «Das Feuer hat es schon einmal gegeben. Und damals hat es auch jemanden geholt.»
Lies den Anfang
Kapitel 1 — Die Nacht, in der es geboren wurde
Niemand in Felsbach sollte je erfahren, was Köbi Sutter in der Nacht zum ersten Advent im Stillerwald sah. Nur der Hund wusste es, und der Hund konnte nicht reden — er konnte nur durch den Schnee nach Hause rennen, mit etwas Dunklem, Fremdem, das an seinem Fang trocknete, und an einer Tür kratzen, bis ihm die Stimme ausging.
Das Letzte, was Köbi Sutter als freier Mann tat, war, einen Ast unter seinem Stiefel zerbrechen zu hören.
Aber davor stand er noch aufrecht und lebendig am oberen Rand der Steinhalde, dort, wo der Stillerwald begann — einundsiebzig Jahre alt, ein Mann, der an Wetter und Wild glaubte und an nichts sonst.
Es war kurz nach drei. Der Schnee fiel nicht mehr, er hing in der Luft, als hätte ihn jemand mitten in der Bewegung angehalten. Sein Atem stand vor ihm wie eine zweite, blassere Gestalt. Neben ihm Brog, das Maul leicht geöffnet, kein Hecheln. Der Hund war stehengeblieben, bevor Köbi es bemerkt hatte, und das gefiel ihm nicht.
Er war wegen der Wilderer gekommen. Seit Wochen fehlte Wild an Stellen, an denen kein Reh freiwillig hätte fehlen dürfen, und Köbi hatte sich gesagt, einer müsse ja noch hinschauen, wenn die Jungen es nicht täten. So hatte er es sich gesagt. In Wahrheit war er gekommen, weil er das Licht gesehen hatte. Vom Küchenfenster aus, unten in Felsbach, über die schwarzen Wipfel hinweg: einen Schein, der dort nicht hingehörte. Kein Mond — der Himmel war dicht. Kein Feuerwehrblau, kein Scheinwerfer der Sägerei. Etwas Tieferes. Etwas, das von unten kam.
Köbi kannte jeden Meter dieses Waldes. Er kannte die Stelle, wo der Bach im Februar unter dem Eis sang, und die Lichtung, auf der sein Vater ihm das erste Reh gezeigt hatte, und den umgestürzten Tannenstamm, der seit dreissig Jahren faulte und nicht fertig wurde damit. Er kannte den Geruch des Waldes im Frost — Harz und nasses Moos und die Schärfe von Schnee. Diesen Geruch kannte er nicht.
Es roch warm.
Mitten im Winter, mitten in der Stille, roch es warm, und es war kein Rauch dabei. Kein Russ, kein Benzin, kein verbranntes Holz. Nur Wärme, wie aus einem geöffneten Backofen, wenn das Brot noch nicht drin ist.
Brog winselte. Ein dünner Ton, den Köbi noch nie von ihm gehört hatte.
«Ssscht», machte Köbi und legte ihm die Hand auf den Nacken. Das Fell stand. Unter seinen Fingern zitterte der Hund, und das war es, was Köbi mehr erschreckte als alles andere: Brog hatte vor Bären nicht gezittert. Brog hatte vor nichts gezittert.
Sie gingen weiter. Köbi spürte den Hang unter den Sohlen, das Knirschen, das ausblieb, weil der Schnee hier weicher wurde, sumpfig fast, obwohl es seit Tagen weit unter null war. Drei Schritte. Fünf. Dann sah er es durch die Stämme.
Ein Feuer brannte aus dem Boden.
Nicht auf dem Boden. Aus ihm. Es kam aus dem Fels am Fuss der grossen Wand, dort, wo Köbi sein Leben lang nur Stein gesehen hatte, kahlen, grauen Stein — und jetzt stand dort eine Flamme, mannshoch, ruhig, fast aufrecht, als atmete sie. Sie warf kein Flackern an die Stämme wie ein richtiges Feuer. Sie leuchtete gleichmässig, ein tiefes Orange, gleichmässig und still, und um sie herum hatte der Schnee sich zurückgezogen.
Ein Kreis. Schwarze, nasse Erde, mannsbreit ringsum, und an seinem Rand schmolz der Schnee nicht hastig, sondern in einer Linie, so rein, als hätte jemand sie mit dem Zirkel gezogen. Aus dem Boden stieg leise Dampf. Und dahinter, unhörbar und doch in seinen Zähnen, in seinem Brustbein, in dem alten Splitter in seinem Knie — ein Summen. Ein Beben, so tief, dass es kein Ton mehr war, sondern ein Druck.
Köbi blieb stehen. Er war kein Mann, der an Wunder glaubte. Er glaubte an das Wild, das seinen Wechsel ging, und an die Tatsache, dass tote Dinge tot blieben, und gerade darum traf es ihn jetzt mit voller Wucht: Er stand vor etwas, für das er keine Schublade hatte, und sein ganzer harter, gerader Verstand fand keinen Halt daran, rutschte ab wie eine Hand an blankem Eis.
Der Busch brannte im Feuer, dachte er, ohne zu wissen, woher die Worte kamen, und wurde doch nicht verzehrt.
Dann sah er, dass er nicht allein war.
Sie standen am Rand des Kreises, drei, nein vier, und Köbi begriff zuerst nicht, was an ihnen falsch war, weil sein Verstand sich dagegen wehrte. Sie trugen Masken. Grobe Masken aus Sackleinen, über das Gesicht gezogen, mit dunklen Löchern für die Augen, und darüber etwas, das wie eine Kapuze hing. Sie bewegten sich nicht wie Beter und nicht wie Erschrockene. Sie bewegten sich wie Männer bei der Arbeit. Einer kniete am Boden und tat etwas mit den Händen, das Köbi nicht erkennen konnte. Ein anderer reichte ihm ein Gerät. Lautlos. Zweckmässig. Geübt.
Und das war es, was Köbi das Blut in den Adern stocken liess — schlimmer, als jeder Geist es vermocht hätte. Geister wären unmöglich gewesen. Diese hier waren möglich. Diese hier waren Menschen, und Menschen kamen nicht maskiert in den Stillerwald, um drei Uhr nachts, an ein Feuer, das aus dem Stein kam, wenn sie nichts zu verbergen hatten.
Er trat einen Schritt zurück. Nur einen.
Unter seinem Stiefel brach ein Ast.
Es war kein lautes Geräusch. In einer gewöhnlichen Nacht hätte es niemand gehört. Aber diese Nacht war nicht gewöhnlich, sie war still wie ein angehaltener Atem, und der Knack durchschnitt sie wie ein Schuss.
Alle vier Köpfe drehten sich zugleich.
Brog bellte — ein einziges Mal, scharf, dann ein Knurren, das tief aus seiner Brust kam. Köbi rührte sich nicht. Eine Sekunde lang stand alles still, der Hund, die Männer, die Flamme, das tiefe Beben unter dem Schnee. Dann lösten sich zwei der Gestalten vom Kreis und kamen.
Sie rannten nicht. Das war das Furchtbarste. Sie gingen, schnell und sicher, durch den hohen Schnee, als wäre er nicht da, und Köbi, der einundsiebzig Jahre alt war und ein Knie hatte, das ihm das Rennen verbot, drehte sich um und versuchte es trotzdem.
Er kam vier Schritte weit.
Eine Hand schloss sich um seinen Arm, hart wie ein Schraubstock, und riss ihn herum. Er sah nichts als Sackleinen und zwei dunkle Löcher, in denen kein Mensch zu erkennen war. Er holte aus mit der freien Hand, traf etwas, eine Schulter, einen Hals, und der andere gab keinen Laut von sich, nicht einmal ein Stöhnen, und das war schlimmer als jedes Schreien.
«Brog!», keuchte Köbi. «Lauf! Heim!»
Der Hund sprang. Zähne fanden einen Unterarm, ein Stoff riss, und dann das erste menschliche Geräusch — ein kurzes, gepresstes Zischen vor Schmerz. Köbi sah es noch: das Dunkle, das aus dem Sackleinen quoll und Brog am Fang klebte, als der Hund losliess. Die zweite Gestalt trat nach dem Tier, traf ins Leere, weil Brog schon nicht mehr da war. Ein Schatten, der in die Schwärze zwischen den Stämmen schoss, weg vom warmen Schein, hinaus in den kalten, ehrlichen Wald, den er kannte.
Köbi sah ihm nach, solange er konnte.
Dann zogen sie ihn zurück, dem Kreis entgegen, dem Fels. Der warme Geruch wurde stärker, und das Summen füllte seinen ganzen Kopf, bis kein Gedanke mehr Platz hatte. Seine Fersen pflügten zwei dunkle Furchen in den Schnee. Er bäumte sich auf, ein letztes Mal, mit der ganzen alten Kraft eines Mannes, der sein Leben lang gegen Berge gelaufen war.
Es half nichts.
Ganz nah an seinem Ohr, ruhig, sagte eine Stimme, die er kannte, ein einziges, leises Wort.
Dann war der Schein weg, und mit ihm jeder Laut. Im ganzen Stillertal regte sich nur noch eines: ein Hund, der durch den Schnee bergab nach Felsbach rannte und nicht mehr stehenblieb — der einzigen Tür entgegen, an der ihm noch jemand öffnen würde.
Der Hund rennt blutverschmiert durch den Schnee nach Felsbach. Was Köbi Sutter gesehen hat, reisst zwei Dörfer aus dem Schlaf.
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Die Reihe — 6 Bände, eine Saga
Jeder Band ist für sich abgeschlossen. Aber ein roter Faden zieht sich durch alle.
- 1
Das Feuer, das nicht erlischt
Erscheint baldEin ewiges Feuer im Winterwald — und ein Geheimnis, das schlimmer ist als jedes Wunder.
- 2
Das Wasser, das bergauf fliesst
In ArbeitEin Bach kehrt seine Richtung um. Thema: Wahrheit & Lüge.
- 3
Die Stimme im Eis
In ArbeitEin Gletscher «singt» Nacht für Nacht. Thema: Hören & Gehorchen.
- 4
Der Schatten am Mittag
In ArbeitVerdunkelung über einem Bergdorf — ohne Wolken. Thema: Licht & Finsternis.
- 5
Das Brot, das nicht ausgeht
In ArbeitVorräte vermehren sich scheinbar. Thema: Versorgung & Vertrauen.
- 6
Der Mann, der zweimal starb
In ArbeitHenrik Sarn taucht auf — obwohl er nachweislich tot ist. Thema: Gnade für den Feind.
Für wen ist das?
Für Leser:innen von 16 bis 60, die Spannung lieben, aber Hoffnung suchen. Funktioniert für gläubige wie kirchenferne Leser.
Was dich erwartet
Ein Pageturner mit Tiefgang: kurze, filmische Kapitel, ein Rätsel, das dich nicht loslässt — und eine Botschaft von Umkehr und Vergebung, die bleibt.
Häufige Fragen
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Ist das gruselig oder okkult?
Atmosphärisch und unheimlich, aber nie okkult-verherrlichend und nie splatterhaft. Das Unheimliche wird aufgelöst, das Heilige bleibt stehen.
Für wen ist die Serie?
Für alle, die Spannung lieben und Hoffnung suchen — gläubig oder nicht.
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